Logo

Historische Kleidung

Robe à la polonaise, 1770er

Blau und roséfarben gestreifter Seidensatin, orangefarbener Seidentaft

Die Polonaise war eine in den 1770ern aufkommende Kleidform, die sich durch aus dem Hochraffen des Manteau an den Seiten aus der Anglaise ergab. Die aufkommenden Modejournale führen uns diesen Kleidertypus par Excellence vor Augen. Gerade dieses Medium der Modewelt der Dekaden vor der Revolution zeigt uns farbenfrohe Kleider für Herren und Damen. Die markanten Streifen waren typisch für den Geschmack dieser Zeit der galanten Herrschaften beiderlei Geschlechts und auch die Farbenfreude und die markanten Unterschiede zwischen der Farbigkeit von Rock und Manteau erfreuten sich großer Beliebtheit. Kaum ein anderes Kleidungsstück symbolisiert die Lockerheit dieser Zeit besser, welche in der Kunst in den galanten „tableaus de mode“ eines Louis Roland Trinquesse ihren Niederschlag fand. Eine mit dem Betrachter mit Blicken kokettierende junge Musikerin auf Trinquesses „Musikalische Unterhaltung“ (1774) trägt eine Polonaise, welche sich harmonisch in das modische Ensemble des Interieurs im Style Louis XVI und den Gout der Libertins einfügt.

 

*  „Meisterwerke der französischen Genremalerei im Zeitalter von Watteau, Chardin und Fragonard“ SMB – DuMont, Berlin u. Köln 2004 S. 346