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Historische Kleidung

Deutscher Überrock, Weste, Hose

Rock grün, Ärmelweste und Culotte braun, alles Wolltuch

Der Überrock (franz. Surtout) dieses Ensembles zeichnet sich durch die markanten Knopflöcher aus, welche sich an der Vorderkante, an den Taschenklappen, an den Aufschlägen und am hinteren, mittleren Schlitz befinden. Die Formensprache und der Zierrat weisen deutlich in die 50er des 18.Jh.. Vertikale Taschenklappen gab es ebenso wie die horizontalen, man kennt sie vielleicht aus dem Gemälde „Die Dorfhochzeit“ (1761) von Greuze oder von einem Stich der Encyclopédie von Diderot („L’Art de l’Habillement“). Die Ärmel lassen in ihrer Länge die Manschetten und einen kleinen Teil des Hemdsärmels hervor lugen, was ebenfalls sehr typisch noch für diese Jahre ist. Je nach Qualität des Tuches wurden solche Kleider durch die Schichten getragen bis hinauf zum niederen Adel oder wohlhabenden Bürgertum, wo solche Surtouts aber auf die absolut inoffiziellen Gelegenheiten und Reisen dieser Zeit beschränkt blieben. Andererseits kennt man Surtouts und selbst Justaucorps auch als Kleidungsstücke der Unterschicht, wobei entweder die Materialien minderwertiger waren oder aber die Röcke durch den Gebrauchtkleidermarkt bis nach unten durch die Gesellschaftsschichten hindurch gereicht worden waren.