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Historische Kleidung

Deut. Frack, engl. Weste, franz. Culotte ca. 1770 bis 1780


Grüner Seidenripps, grauer Seidentaft, schwarzes Wolltuch

Auch in Deutschland setzte sich regional unterschiedlich die englische Mode durch. Ein Frack, wie hier zu sehen, konnte selbst einem reichen Bürgerlichen gehören, auch wenn der modische Seidenrips entsprechend teuer war. Charakteristisch für den Frack dieser Art war der kleine Übertritt in der hinteren Mitte. Was einem Bürgerlichen wie hier wohl als Sonntagsstaat diente, wäre allerdings einem Hofmann wohl noch zu inoffiziell gewesen. Ein ähnlicher Frack findet sich in der Bassermann-Jordan-Sammlung in Speyer. Fräcke wie dieser und der vorige ließen sich wegen des Schnitts nur noch mit Haken und Ösen über der Brust zusammenhaken, während der Justaucorps früher zumeist vom Halsausschnitt bis zur Taille knöpfbar war.

Die Weste mit ihrer Bortenverzierung hingegen war sehr charakteristisch für das 3. Viertel des 18.Jh.. Diese Bortenbesätze erfreuten sich auch in der absoluten Oberschicht großer Beliebtheit und werteten auf einer solchen modischen Weste selbst den einfachsten Wollfrack auf (siehe das Gemälde „George, Lord Vernon“ (1767) v. Th. Gainsborough). Weitestgehend folgt die Weste einem Original von ca. 1770 aus dem Victoria and Albert Museum.