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Historische Kleidung

Zwei Herren in Spencerjacken, um 1800

 

Rock und Hose aus schwarzem Wolltuch, weiße Weste und rote Unterweste aus Seide, Hemd aus Leinen.
 Um 1800 gehörten Spencer zur typischen Herrenkleidung. Leider sind nicht mehr viele in den Sammlungen erhalten. Aber Quellen wie das „Journal des Luxus und der Moden“ berichten uns von ihrer Beliebtheit zu jener Zeit auch bei dem Herren von Welt.
Spencer wurden über die Standesgrenzen hinweg getragen.
Bezeichnenderweise stammen die  Vorlagen zu den beiden hier vorgestellten Jacken aus völlig unterschiedlichen Richtungen.
Rechterhand sieht man eine Jacke von schwarzem Wolltuch, die sich an einem Original (datiert 1800-1825) orientiert, das wohl zum Jagen getragen wurde*. Ähnliche Jacken sieht man aber auch bei Dienstboten oder Arbeitern. Die Weste darunter ist aus einer sehr schön gemusterten Baumwolle, deren Bedruckungsvorlage von 1797 stammt, gefertigt.
 Linkerhand erkennt man einen Spencer, der ebenso wie die dazugehörige Weste einem Gemälde von Francois-Pacal-Simon Gérard, welches den Künstler Jean-Baptiste Isabey und seine Tochter abbildet.* Dem Gemälde von 1795 ist auch entlehnt, dass hier die Krawatte nicht vorn zu einer Schleife gebunden, sondern im Nacken geschlossen ist.
 
* Das Original befindet sich in "The Colonial Williamsburg Collection".
** Das Gemälde ist heute im Louvre zu sehen.